Z13 Fotografie - Heißer Ritt im Riders Cafe – NYHC-Legende Pro-Pain auf Europa-Tour 2026
Bei dem Namen der aktuellen Tour „Stone Cold Anger“ drängen sich sofort Begriffe wie Härte, Eis, oder klare Kante auf, doch heute war im Rider`s Gemeinschaftssauna angesagt. Gegensätze ziehen sich aus!

Aber fangen wir doch von vorne an.
Die zwei Stunden Autofahrt nehme ich immer gerne in Kauf, da das Rider`s Café nur so vor Kult strotzt. Ich stehe auf breite Bühnen, die Platz für Action und Bühnenbilder bieten und das Vorhandensein einer zweiten Ebene mit Blick aufs Geschehen.
Bei den Temperaturen von knapp 30°C und heftig schwüler Luft stieg ich klimagekühlt aus dem Auto und direkt in die Hölle. 50 Meter bis zum Club, vor dem schon gut was los war und die Aussicht auf ein kühles Bierchen. Rund 20 Minuten vor dem offiziellen Beginn des ersten Support-Acts, ließ ich es locker angehen und überzeugte die Secus bei fehlendem Namenseintrag davon, dass ich angemeldet war.
Ich hörte währenddessen auch gleich den Soundcheck der Jungs von Madness Reigns, dem lokalen Support für die heutige Sause. So dachte ich zumindest... hatten die Schlingel doch einfach früher angefangen und waren schon bei Song 2 oder 3. Na gut, ein bisschen Wildheit an `nem Hardcore-Abend sollte erlaubt sein.
Also rein in die gute Stube und auch gleich auf der Suche nach `nem „kühlen Schattenplatz“ *hust.

In der Tat war ich nach 10 Minuten komplett nass und hatte schon damit zu kämpfen, die Cams mit feuchten Fingern überhaupt nur zu halten. Aber den anderen ging es ja genauso, da schwimmen wir gemeinsam durch! Die Lübecker Metal-Formation Madness Reigns kämpfte ebenfalls mit der feuchtheißen Luft und betonte dies auch mehrfach. Auch gab es die Info, dass ihr Gitarrist heute seinen zweiten Gig spielte. Hier schien es im Vorwege Veränderungen gegeben zu haben, hatte ich die Band für mich doch als Vierer abgespeichert. Man kredenzte abwechslungsreichen Metal, mal modern, mal thrashig und mal feist schnell mit wildem Basspiel. Schöner Mix insgesamt aber auch fordernd, da hier das gesamte Können der Jungs in die Songs gepresst wurde. Growlen und melodiöser Klargesang, der gerade in den Höhen ein gutes Vibrato hatte, treibende Riffs oder Slow Mosh Parts. Eine wahre Wundertüte. Das Publikum, das sich tapfer durch den ersten Gig geschwitzt und nicht draußen nach lauen Lüftchen gesucht hatte, bekam eine junge und powervolle Combo zu sehen.
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Zack ein Bierchen und ausgiebig die reichhaltige Merchauswahl studiert. Mein favorisiertes Shirt von Out Of Step war leider nicht mehr in meiner Größe verfügbar. Gimmick zwischendurch. Eine nette Dame nahm mich kurz in den Arm und fragte mich auf Englisch, wie das Tourleben so laufe und ob mir Germany gefalle. Hossa die Erste!

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Jetzt sollte es in eine Ecke gehen, die mir seit Jugendtagen sehr vertraut ist. Positive Hardcore, wie ihn gefühlt Millionen Youth-Crew-HC-Combos gerade in den späten 80ern bis in die frühen 2000er-Jahre auf die Bühnen und Konzerthallenböden zimmerten. Meine eigene Plattensammlung nennt hier, gerade im 7“-Bereich, Tausende Beispiele ihr Eigen. Out Of Step aus Hamburg parodieren diesen Spirit nicht, sie leben ihn und da finden wir uns auf den Konzerthallenböden wieder, denn sie verlassen nur allzu gerne die Bühne, um mit dem Publikum im Pit zu connecten. Kurze schnelle Songs, direkt in die Fresse, roh, ehrlich ohne Schnörkel. „Vor, neben und auf der Bühne sei jeder willkommen, egal ob arm, reich, dick oder dünn, Gemeinsam feiern und für eine bessere Welt fighten, das WIR leben“, so bringen es Out Of Step nicht nur musikalisch auf den Punkt! Hoch die Vans, D.I.Y. und Oldschool-Pride! Scheiß auf Fußball, heute waren Circle-Pits dran. Brauche ich ganz bald wieder Männer!
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Ein Getränk später erneut eine lockere Herrenrunde, die mich mit einem „Welcome To Germany“ zur Seite nahm. Ich sähe so ami-mäßig aus, nix da, Husum City Junx! Hossa die Zweite!
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Auf geht`s! Eine Runde noch, und was für eine. Hätte mich jetzt auch nicht mehr gewundert, wenn sich die Anwesenden Birkenzweige auf den Rücken geklatscht oder nach einem neuen Aufguss gefragt hätten. Einmal „Sibirische Tanne“ bitte!
Pro-Pain, da waren sie, die NYHC-Götter, die ich schon seit 1993 auf dem Schirm habe. Ganz in Ruhe und fast schon elegant wurde die Bühne vorbereitet, um dann mit dem satten Sound von 35 Jahren Hardcore-Geschichte alles plattzumachen. Was ein Brett, was eine Macht, was ein Charisma! Gary Meskil, bei dem man manchmal denken könnte, er sei der Bruder von “Stone Cold Steve Austin“, … Moment, wie lautet der Tour-Name... machte mit seiner enormen Bühnenpräsenz den Sack zu. Wenn alles um ihn herum springt, moscht, bangt, wirkt er wie ein wütender Fels in der Brandung. Auch nach 35 Jahren hat diese Band nichts von ihrer Power verloren und macht mit dem Album „Stone Cold Anger“ ein weiteres Mal klar, dass der alte Drache noch Feuer spuckt. Mit ihrem Crossover aus Hardcore, Metal und teilweise Death-Metal-Elementen brachten sie das Rider`s zum Beben und bei den eingängigen Songs konnte niemand mehr seine Gliedmaßen im Zaum halten. Abriss, Demut, DANKE!
Hier ein kleiner Mixed Mode Einblick (Nicht Chronologisch)
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