Z13 Fotografie - Angeliter Open Air Festival Review!
Angeliter Open-Air 2026 - Z13 Fotografie war wieder Teil der Familie. Angeliter Open Air, du crazy Wundertüte der Resistance!

Was ist Buller ohne Bü, oder `ne gute Pommes ohne Mayo, was ein gemütliches Keksebacken, ohne vom Teig zu naschen? Schon irgendwie cool aber doch auch nur halb so gut wie das Full Package, irgendwie unvollkommen. 363 Tage Warten auf mein Lieblings-Utopia des Jahres zogen sich dieses Jahr wieder zäh in die Länge wie Kaugummi. Alltag, noch mehr Alltag, Kriege, Probleme, Nachrichten, Wetter, Waldbrände, irre Diktatoren, Klimawandel, gefährliche Politik, der ganze Tumorkörper halt. Ihr versteht... Die Vorfreude war also dermaßen groß, dass ich mir schon fast Gedanken machte, ob denn sonst alles klar in meinem Leben ist, wenn ich so danach giere. Aber wer den Spirit dieses Festivals jemals gefühlt hat, wird mich verstehen und weiß, was ich meine. Hier weht der Wind der Freiheit, der Liebe und Resistance, und Revolution ist tanzbar! Kameraequipment am Start, schnell noch zwei Veggie-Salate für das leibliche Wohl gezaubert und ein bisschen Handgeld für die Merch-Ecke eingesteckt. Go-Go-Gadgetto-Punkrock, here we come!

Doch dann... 20 Kilometer vor dem gelobten Land schleppte sich 𝗥𝗮𝗺𝗼𝗻𝗲, mein vierrädriger Gefährte, so vom Gas völlig losgelöst, auf eine Autobahnüberführung und drohte, dort den Heldentod zu sterben. Nicht jetzt verdammt, halte durch Iltschi! Motorleuchte rot, Öllampe rot, draußen jenseits der 30-Grad-Marke, drinnen gefühlt 50+. 3 Stunden unter sengender Sonne, Misskommunikation mit Versicherung und Pannendienst, kurz aufkeimende Hoffnung, doch noch wieder auf die Straße und nach Taarstedt zu kommen und dann Resignation und eine Cola bei ukrainischer Folkmusik im Abschleppwagen Richtung Husum. Das durfte alles nicht wahr sein!
Meine inneren Monks kämpften Tekken 3 gegeneinander, es mit Leihwagen und letzter Energie doch noch in Richtung Angeln zu schaffen, aber es wurde einfach zu spät.
So verpasste ich Tag 1, an dem ich sonst so gerne das Drumherum des Hoflebens festhalte, auf Portrait-Jagd gehe und einfach das Flair aufsauge.
Noch dazu verpasste ich die folgenden Bands: 𝗟𝗲 𝗙𝗹𝘆, 𝗗𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗖𝗼𝘂𝘀𝗶𝗻𝗲, 𝗜𝗴𝗻𝗶𝘁𝗲, 𝗧𝗿𝘂𝗰𝗸𝗳𝗶𝗴𝗵𝘁𝗲𝗿𝘀, 𝗦𝗹𝗼𝗽𝗲, 𝗔𝗴𝗮𝗶𝗻𝘀𝘁 𝗧𝗵𝗲 𝗦𝘁𝗼𝗿𝗺, 𝗡Ø𝗙𝗫, 𝗗𝗶𝗴𝗴𝗲𝗻 + 𝗥𝗮𝘀𝘁𝗮 𝗞𝗻𝗮𝘀𝘁, 𝗟𝗼𝘀 𝗙𝗮𝘀𝘁𝗶𝗱𝗶𝗼𝘀 und wie sich später herausstellte, sogar noch 𝗧𝗲𝗹𝘂𝘅𝗲, die ihren Slot getauscht hatten. Schwer zu verdauen und da sind wir wieder am Anfang des Textes. Sollte ich es den zweiten Tag schaffen, konnte die Hälfte des Ganzen überhaupt noch gut werden?

Konnten Sie!
Bei milderen Temperaturen hatte ich es nach Taarstedt geschafft und schon beim Erreichen des Tagesparkplatzes waren sie wieder da, diese so besonderen Gefühle und einzigartigen Details dieses Open Airs. Begrüßungs-Düster-Punk von der norddeutschen Kapelle 𝗣𝗮𝗻𝘁𝘆 𝗠𝗲𝗹𝘁𝗱𝗼𝘄𝗻 𝗔𝗳𝘁𝗲𝗿𝗺𝗮𝘁𝗵, Kinder mit oder ohne Kettcar und Bollerwagen flitzten umher, und waren auf Pfand-Jagd. Die Camping Area war schon seit Donnerstag prall gefüllt und schwupps gab es das 3-Euro-Tagesparkticket mit den besten Festival-Wünschen der Dorfjugend. Kurze Laufwege am „Katerfrühstücksangebot“ vorbei zum Einlass und zack das erste dunkle 𝗔𝗻𝗴𝗲𝗹𝗶𝘁𝗲𝗿 𝗕𝗶𝗲𝗿 in der Hand. Angekommen. Musik schallte über das Kopfsteinpflaster des historischen Dreiseithofes, Sonnenstrahlen wärmten Festivalbesucher, die es sich auf bunt zusammengewürfelten Retrosofas bequem gemacht hatten und sich rege aber gechillt über Gott, die Welt und natürlich Musik unterhielten. Schilder, die auf kostenloses Trinkwasser hinwiesen und welche, die für die Getränkebons warben.

Infostände zu sozialen Themen wie Foodsharing oder der Awareness-Bereich, alles da, was auch auf großen Festivals zu finden ist, aber wie immer auf ganz eigene Angeliter Art. D.I.Y. Ist die Macht! In Sachen Inklusion hat das Angeliter Open Air noch einmal eine Schippe draufgelegt. Neben der Bühne für Rolli-Fahrer, gehbehinderte Menschen und andere, die es in einer großen Menschenmenge nicht immer so gut aushalten, mit bester Sicht auf die Hofbühne wurden auch plane Wege in das alte Kopfsteinpflaster eingearbeitet. Überall dieses friedliche „Wachwerden“ nach dem ersten Tag des Open Airs. Tischtennis, stöbern im Merchandise-Bereich der Bands, es gab bekannte Gesichter zu entdecken aber auch wieder viele neue, Duft nach leckerem Essen und in der Luft die Vorfreude auf das spezielle Musik- und Bandangebot, was dieses Festival so auszeichnet. Eine bunte Wundertüte voller Indie, Punk, Rock, Metal, Stoner, Folk oder plattdüütscher Songs.

Nach herzlicher und schon traditioneller Begrüßung der Stage-/Grabencrew und vielen lieben Menschen und Machern dieses Spektakels war es dann an der Zeit, sich auf die Live-Bands einzulassen. Es freute mich sehr, dass das Festival mit 2500 Besuchern wieder einmal ausverkauft war. Wer sich das entgehen lässt, ist aber auch selbst schuld, schließlich gibt es hier die Möglichkeit, direkt neben dem Festivalgelände zu campen. Kurze Laufwege, Toiletten und Duschen auf dem Campground und eine Atmosphäre, die eher an eine große Gartenparty unter Freunden und Gleichgesinnten erinnert, als ein gewinnorientiertes Festival. Man kennt sich, mag mag sich, feiert zusammen und hört gemeinsam Musik bei leckerem Essen, Getränken und manchmal sogar Kerzenschein.

Mit den 𝗔𝗻𝗱𝗲𝗿𝘀𝗼𝗻𝘀 ging es auf Reisen in die Welt der internationalen Hits und Cover der richtig guten Sorte, einer Band, die sonst auch gerne abends komplett abreißt und große Flächen mit glücklichen Menschen vollbekommt. 𝗟𝗲𝗲𝗱.𝗚𝘂𝘁, eine lokale Band aus Angeln, die musikalisch einen Mehrgänge-Schnüüsch kredenzte war Wiederholungstäterin. Denn auch 2024 sorgte sie schon für gute Unterhaltung mit Songs auf Platt und Hochdeutsch.

Irish Folk geht immer, gerade hier auf dem Angeliter Kulturhof und so fügten sich 𝗙𝗶𝗱𝗱𝗹𝗲𝗿`𝘀 𝗚𝗿𝗲𝗲𝗻 wunderbar ins Programm wie einst The Mahones oder die Real McKenzies. Eine Band, die ich schon länger auf dem Zettel hatte. Grells Slot wurde verschoben, galt es doch die Lücke von Teluxe zu füllen, und so ging es erstmal wieder rüber zur Hof-Stage.
Der letzte Vorhang, The Final Chapter, der letzte Gig der Abschiedstournee der großen 𝗥𝗮𝗶𝗻𝗯𝗶𝗿𝗱𝘀. Man merkte 𝗞𝗮𝘁𝗵𝗮𝗿𝗶𝗻𝗮 𝗙𝗿𝗮𝗻𝗰𝗸 und ihren Bandkollegen 𝗠𝗶𝗰𝗵𝗮𝗲𝗹 𝗕𝗲𝗰𝗸𝗺𝗮𝗻𝗻, 𝗗𝗼𝗺𝗶𝗻𝗶𝗾𝘂𝗲 „𝗚𝗮𝗴𝗮“ 𝗘𝗵𝗹𝗲𝗿𝘁 und 𝗪𝗲𝗿𝗻𝗲𝗿 𝗡𝗲𝘂𝗺𝗮𝗻𝗻 die besondere Situation enorm an und das machte das Konzert noch emotionaler für alle Anwesenden. Noch einmal die melancholisch verspielten Songs, noch einmal 𝗕𝗹𝘂𝗲𝗽𝗿𝗶𝗻𝘁. So ein Bandende geht mir immer verdammt nah und ich blicke demütig auf ihre lange Bandgeschichte zurück. Auch die Rainbirds wollten am liebsten gar nicht mehr aufhören, für ihr Publikum alles geben und überzogen nur allzu gerne. 𝗚𝗿𝗲𝗹𝗹 aus Neumünster waren ebenfalls zum zweiten Mal dabei und hatten schon bei ihrem Debüt 2024 heftigst abgerissen. Das sollte sich mehr als wiederholen, die ehemaligen Newcomer zimmerten ihren androgyn umkleideten stampfenden Crossover auf eine Gartenbühne, die sich vor Fanzulauf kaum retten konnte. Geiles Ding wieder Jungs! Nach kurzer Verschnaufpause und einem goldenen Dithmarscher war es an der Zeit für 𝗟𝗘𝗔𝗣, einer britischen Indie-Größe, die gerade bei Epitaph gesignet hat.

Legendär sind ihre Clubshows mit einer Power wie 𝗧𝗵𝗲 𝗗𝗮𝗿𝗸𝗻𝗲𝘀𝘀 oder 𝗬𝘂𝗻𝗴𝗯𝗹𝘂𝗱, Walls of Death und Crowdsurfing durch den ganzen Saal. Auch in Taarstedt zog es Sänger und Frontmann 𝗝𝗮𝗰𝗸 𝗕𝗮𝗹𝗳𝗼𝘂𝗿 𝗦𝗰𝗼𝘁𝘁 in den Pit direkt ins Publikum. Genau wie 𝗟𝗘𝗔𝗣 befassen sich auch 𝗕𝗮𝗱 𝗖𝗼𝗽 𝗕𝗮𝗱 𝗖𝗼𝗽 in ihren Songs mit tiefsinnigen Themen, persönlichen Dämonen und dem Umgang mit schlimmen Krankheiten. Aus dem 𝗡𝗢𝗙𝗫-𝗨𝗺𝗳𝗲𝗹𝗱 kommend und beim legendären 𝗙𝗮𝘁 𝗪𝗿𝗲𝗰𝗸 𝗖𝗵𝗼𝗿𝗱𝘀 zuhause lieferten die Mädels aus Südkalifornien feinsten Skatepunk, rau, ehrlich, schnell, melodiös und auf die Fresse! Mehr davon bitte, auch von 𝗠𝗮𝗰𝗵𝗶𝗻𝗲𝘀 feinstem Entertainment, von dem nicht nur Besucher der Scheune zu 𝗠𝗮𝗰𝗵𝗶𝗻𝗲𝘀 𝗟𝗮𝘁𝗲 𝗡𝗶𝗴𝗵𝘁 𝗦𝗵𝗼𝘄, sondern auch gerne die Menschen auf dem Campground etwas abbekommen! Nach so viel guter Musik und kleiner Stärkung am reichhaltigen Crew-Buffet war ich bereit für 𝗕𝘂𝗹𝗹𝗵𝗼𝗿𝗻 aus Australien. Der 9er wartete mit einem ganz anderen Sound auf, Hip Hop, Brass-Musik, Soul und einem Blechbläserarrangement, das dir die Füße wegzieht.
Mit dieser ganz eigenen sowie genialen Mischung und einer mega Live-Performance schafften sie es in etwas weniger als zwei Songs, einen kurz übersichtlich gefüllten Hofplatz in eine tanzende Masse zu verwandeln. Höchsten Respekt! Das ist das 𝗔𝗻𝗴𝗲𝗹𝗶𝘁𝗲𝗿 𝗢𝗽𝗲𝗻 𝗔𝗶𝗿, das sind die krassen Kontraste, die ich so liebe, denn weiter ging es meinem geschätzten 𝗙𝗿𝗶𝗲𝗱𝗲𝗺𝗮𝗻𝗻 und seinem COR-Nachfolger 𝗞𝗼𝗱𝗱𝗲𝗿. Ich feiere ihn total, ob solo und akustisch oder mit Band. Sowohl leise als auch laut gibt es immer auf die Zwölf, unbequem, wachrüttelnd, ehrlich. Bäm!
And even more Kings... Drunk Rock Reggae deluxe mit 𝗝𝗮𝘆𝗮 𝗧𝗵𝗲 𝗖𝗮𝘁. Die Flasche Wein im Anschlag bescherte uns diese Band, die in den 90ern in Boston gegründet wurde und seit 2003 in der Wahlheimat Amsterdam zuhause ist, eine fulminante Mischung aus Punk, Reggae und Ska. Was für ein Charisma und was ein geiles Set. Auch die Punk-Girls von 𝗕𝗮𝗱 𝗖𝗼𝗽 𝗕𝗮𝗱 𝗖𝗼𝗽 ließen sich nochmal auf der Bühne blicken und feierten sie, sich und die Angeliter Fans. Doch noch war es nicht vorbei, mit einem echten Geheimtip, den Jungs von 𝗕𝗹𝗮𝗰𝗸𝗯𝗮𝗹𝗹𝗲𝗱 aus Manchester und einer fetten Prise Psychedelic-Blues-Punkrock wurde noch einmal ein geiles Dessert serviert.

Was für eine geniale Mischung von Musikstilen und Bands verschiedener Kontinente!
Es gibt Festivals, die versuchen, nur mit Headlinern zu punkten und dann gibt es welche, die laden zum großen, aber familiären Buffet mit musikalischer Feinkost. 𝗗𝗮𝗻𝗸𝗲 𝗧𝗮𝗮𝗿𝘀𝘁𝗲𝗱𝘁, 𝗱𝗮𝗻𝗸𝗲 𝗔𝗿𝗻𝗲!
Schaut euch unbedingt mal das jetzt schon gute, obwohl Headliner wie immer erst noch folgen, Line-Up für 2027 an! Bisher sind die Bands 𝗦𝘁𝗲𝘃𝗲 `𝗻` 𝗦𝗲𝗮𝗴𝘂𝗹𝗹𝘀, 𝗠𝘂𝗳𝗳 𝗣𝗼𝘁𝘁𝗲𝗿, 𝗕𝗮𝗱 𝗗𝗲𝗰𝗶𝘀𝗶𝗼𝗻, 𝗣𝗲𝗮𝗹𝘀, 𝗘𝗿𝗲𝗰𝘁𝗶𝗼𝗻, 𝗡𝗼𝘄, 𝗔𝗹𝗶𝗮𝘀 𝗖𝗮𝘆𝗹𝗼𝗻, 𝗔𝗻𝗮, 𝗝𝗼𝗼𝗹𝘀, 𝗘𝗿𝗶𝗸 𝗖𝗼𝗵𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗧𝗵𝗲 𝗛𝗮𝘄𝗮𝗶𝗶𝗮𝗻𝘀 bestätigt. Der Vorverkauf hat bereits während des Festivals gestartet und schon jetzt sind alle Early Bird-Tickets vergriffen. Die Festival-Tickets und Campingtickets gibt es auf 𝗠𝗲𝘁𝗮𝗹𝘁𝗶𝘅. Alle Infos bekommt ihr auf www.angeliter-openair.de und den Social-Media-Kanälen. Sehen wir uns in Taarstedt?
Timmy
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Schaut hier alle Full Size Fotos vom Angeliter Open-Air 2026 an und weitere Berichte: Tim Z. - Z13 Fotografie
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Text - Bildquelle: Facebook.com/Z13Fotografie
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